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Die verfeindeten Brüder

Von Mhamdi Alaoui, Abdelhafid
Dienstag: 18 . 05 . 2010

Nach einem terroristischen Anschlag auf ein Hotel in Marrakesch im Jahr 1994, der von Personen algerischer Abstammung verübt wurde, warf die marokkanische Regierung dem algerischen Geheimdienst vor, hinter diesem Überfall gestanden zu haben. Daraufhin wurde der Grenzübergang „Zaug Bighal“ zwischen Marokko und Algerien umgehend geschlossen.

Der Grenzübergang ist bis zum heutigen Tage gesperrt. Eine Aussöhnung der verfeindeten „Brüder“ auf beiden Seiten lässt weiter auf sich warten. Die Welle terroristischer Anschläge in den 1990er Jahren sowie das Flüchtlingsdrama im Rahmen des weiterhin schwelenden Konfliktes um die Westsahara bilden weiter große Hürden auf dem Weg zu einer Aussöhnung.


der Grenzübergang „Zaug Bighal“

 

Der Schmuggel belastet die Wirtschaft beider Länder

Die Schmuggler auf beiden Seiten der Grenze scheinen indes das Warten satt zu haben. Sie scheinen beschlossen zu haben, die Grenze auf ihre eigene Art und Weise zu „knacken“. Indem sie täglich den illegalen Handel zwischen beiden Ländern ausbauen, stellen sie den politischen Status quo an der Grenze in Frage. Nicht zuletzt angesichts des wirtschaftlichen Schadens der Grenzschließung – mehrere Millionen Dollar jährlich – wird eine Entscheidung der verantwortlichen Politiker immer dringender. Doch eine Lösung scheint noch nicht in Sicht.
> Bis dahin werden sich einige Bewohner des Grenzgebietes mit dem Schmuggel beschäftigen. In Algerien billige Produkte wie Kraftstoff werden nach Marokko transportiert, da sie dort teuerer verkauft werden können. Von der anderen Seite werden Dinge wie Kleidung nach Algerien geschafft.

Wollte man ein Fazit der letzten 10 Jahre ziehen, so käme man schnell auf zwei ebenso offensichtliche wie folgenreiche Punkte:

1. Die politischen Beziehungen sind festgefahren, eine Lösung ist kaum in Sicht.


2. Der wirtschaftliche Schaden für beide Länder ist enorm.

Der blühende Schmuggel-Handel reißt nicht nur ein Loch in die Staatskassen, da Waren nicht verzollt werden, sondern führt auch zur Insolvenz lokaler Firmen und Unternehmen, die mit den billigen Preisen der Schmuggelware nicht mehr konkurrieren können.

Wir leben in einer Zeit, in welcher sich viele Länder zu Handels- und Wirtschaftsunionen wie etwa die Europäische Union zusammenschließen, um den Herausforderungen der Globalisierung besser begegnen zu können. Dies scheint im arabischen Westen noch ferne Utopie – zumindest solange sich Marokko und Algerien nicht endlich aussöhnen und sich darauf besinnen, dass „Brüder“ eigentlich mehr gemeinsam haben, als sie sich voneinander unterscheiden …



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