Der Tourismus als wichtiger Wirtschaftszweig im Marokkanischen Königsreich kann und wird also demzufolge den Auswirkungen dieser Krise nicht entrinnen. So deuten die jüngsten Zahlen des Tourismusministeriums und der Tourismusaufsicht darauf hin, dass die Anzahl der Übernachtungen im Zeitraum von Anfang Januar bis Ende Oktober 2008 zurückgegangen ist, und zwar von 14,6 Millionen im entsprechenden Vorjahreszeitraum auf 14,3 Millionen.
Der Rückgang der Übernachtungszahlen wird auf die rückläufige Zahl der nach Marokko reisenden Touristen, vor allem aus Frankreich und Großbritannien, zurückgeführt. Marokkanische Wirtschaftsexperten sind der Ansicht, dass der Tourismussektor in Marokko in nächster Zukunft eine Art Stagnation erleben wird, die sie in erster Linie in Verbindung mit dem Rückgang der Kaufkraft in den Herkunftsländern der Touristen sehen.
Unerfreulicher Verlauf
Der Tourismussektor steht auf der Prioritätenliste der marokkanischen Regierung ganz oben. Diese setzt seit Jahren voll auf diesen Bereich und hat sich ernsthaft zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2010 die Zahl der Touristen auf 10 Millionen zu steigern. Zu diesem Zwecke wurde in verschiedenen marokkanischen Städten eine ganze Reihe von Tourismusprojekten auf den Weg gebracht. Auch haben die marokkanischen Behörden den Investoren in diesem Bereich zahlreiche Erleichterungen gewährt.
In den letzten vier Jahren sind die Resultate dieses Reformprogramms deutlich zu Tage getreten. So verfügt Marokko inzwischen über ein gutes touristisches Angebot, mit dem es Ländern wie Spanien, Ägypten, Türkei und Tunesien Konkurrenz macht. Doch es scheint, als ob die von der Finanzkrise ausgehende Gefahr dieses Angebot in Frage zu stellen beginnt. Das Erreichen der angestrebten Marke von 10 Millionen Touristen ist dadurch in weite Ferne gerückt.
Rettungsplan für den Tourismus
Um den Tourismussektor aus den Klauen der weltweiten Finanzkrise zu befreien, hat das marokkanische Ministerium für Tourismus und traditionelle Produktionsweise eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, welche sich mit der Erstellung eines raschen und effektiven Krisenplans beschäftigen wird. Dieser soll im Laufe des Jahres 2009 in Kraft treten.
Der Plan konzentriert sich in hohem Maße auf Publicity-Maßnahmen, die dazu beitragen können, das touristische Angebot Marokkos bekannter zu machen. Zu diesem Zwecke arbeitet Marokko daran, Touristikmessen im eigenen Land zu veranstalten und außerdem an verschiedenen internationalen Touristikmessen teilzunehmen, um die Highlights, an denen das Marokkanische Königreich so reich ist, bekannt zu machen.
Auch arbeitet das marokkanische Tourismusministerium daran, seine Internetpräsenz auszubauen, indem es Websites kreiert, die das touristische Angebot Marokkos anpreisen. Im Rahmen desselben Plans bemühen sich die Verantwortlichen des marokkanischen Tourismussektors, internationale Experten ins Land zu holen, um von deren Erfahrungen und Ratschlägen in diesem Bereich zu profitieren.
Die Anstrengungen der für den marokkanischen Tourismus Verantwortlichen spiegeln also deren Entschlossenheit wider, diesen Sektor zu retten und dafür zu sorgen, dass er sich - der derzeitigen Lage der Weltwirtschaft zum Trotz - positiv entwickelt.
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