Die besten Klubs der sechs Kontinentalverbände und ein Vertreter des Veranstalters spielen derzeit um den"FIFA Club World Cup". Erstmals findet das Turnier in Abu Dhabi statt, erstmals werden in der Geschichte der Veranstaltung alle Spiele in einer Stadt ausgetragen, da es mit der Zayed Sports City und dem Mohammed Bin Zayed Stadium zwei große Stadien gibt. Nur der Sieger erhält ein Preisgeld, immerhin fünf Millionen Dollar.
Der Fußballweltverband reagiert mit der Vergabe dieser Klub-WM auf die große Liebe zum Fußball im arabischen Raum. Und die Araber wollen mehr. Sie wollen die WM. Ägypten und Marokko sind mit ihren Bewerbungen um die WM 2010 gescheitert. Die Ägypter erhielten bei der Abstimmung über den Austragungsort damals keine einzige Stimme, was sie als große Schmach empfanden.
WM-Traum
Nun bewirbt sich ausgerechnet das winzige arabische Golf-Emirat Katar, das als Fußball-Nation bislang noch überhaupt nicht in Erscheinung getreten ist, um die Weltmeisterschaft 2022. "Das ist absurd!", lästern Fußball-Freunde in aller Welt, die sich nicht vorstellen können, wie eine WM-Endrunde in einem Land ablaufen könnte, in dem nur 1,6 Millionen Menschen leben und das vor allem aus Wüste besteht. Doch Ausländer, die schon länger am Golf leben, warnen davor, die Bewerbung zu unterschätzen.
Schließlich hätte vor 20 Jahren auch niemand für möglich gehalten, dass eines Tages der Formel-1-Zirkus in Bahrain und Abu Dhabi seine Zelte aufschlagen würde. Und die Tennis-Elite reist schon seit Jahren zum Masters nach Doha - obwohl die Stars in Katar oft vor halb leeren Rängen spielen und immer wieder über die Hitze stöhnen.
"Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Vor allem wenn man genügend Geld hat", erklärt Ehab Abdelfattah Amin, der als Regional Manager der staatlichen Fluggesellschaft Qatar Airways in die Kampagne "Katar 2022" eingebunden ist. "Es hätte ja auch niemand geglaubt, dass hier die Asienspiele stattfinden würden, und dann ist es 2006 doch so gekommen", fügt der ägyptische Manager hinzu.
"Die Bewerbung um die WM 2022 ist nicht aussichtslos", glaubt auch Andreas Bleicher, der deutsche Sportdirektor der Aspire-Sportakademie in Doha. An Plänen für überdachte Stadien und einem "Klimakonzept" werde in Katar schon intensiv gearbeitet.
Unabhängige Beobachter sehen vor allem zwei Argumente, die für Katar sprechen: Das Land sitzt auf riesigen Öl- und Erdgasvorkommen und kann es sich leisten, große Summen für den Bau der nötigen Infrastruktur aufzubringen. Außerdem gibt es keine Gewaltkriminalität. Auch die Terrorgefahr gilt eher als gering.
Katar-Stimmung
Gegen Katar spricht dagegen das Klima - Temperaturen von mehr als 40 Grad sind im Sommer normal - und die Tatsache, dass man das Publikum, das die WM-Stadien füllen sollte, fast komplett einfliegen müsste. Auch für trinkfreudige Fans aus aller Welt könnte es in dem sittenstrengen islamischen Land schwierig werden.
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