In Marokko haben sich die Bettler sehr gut entwickelt. Es ist wie in der Marktwirtschaft: je besser die Idee ist, umso erfolgreicher ist der Bettler. Frauen, die gerade ein Baby bekommen haben, werden angesprochen und mit einer Geldsumme verführt, der sie nicht widerstehen können. Denn, je junger das Baby ist, umso großzügiger werden die Menschen. Die andren lassen mit unterschiedlichen Maschen, ein Bein oder ein Arm verschwinden, leihen sich einen Rollstuhl und ziehen von Stadtviertel zu Stadtviertel, meistens streifen sie die reichsten Viertel um große Geschäfte zu erzielen.
Das traurigste in dieser Geschichte sind die Babys, die vor Durst und Hunger dabei sterben, denn ein Baby kann unter umständen nicht die Strapazen des Alltags überstehen. Und es ist so oft vorgekommen, dass manche Frauen zur Rechenschaft gezogen wurden, weil sie mit einem gemieteten Säugling bis zur Erschöpfung gebettelt haben.
Auf der anderen Seite, gibt es korrupte Polizisten, die mehrere Bettler erpressen und von ihnen das Schutzgeld verlangen. Entweder zahlen oder das Viertel wechseln!
Wenn ein Stadtchef zur Besuch in der roten Stadt unterwegs ist, oder während der Woche des Filmfestivals von Marrakech, wissen die Bettler, dass sie nun für eine weile verschwinden müssen, ansonsten werden sie gezwungenermaßen in abgelegenen Orten hingebracht und versteckt, bis der Spuck abgezogen ist! Schande darf man ja nicht zeigen!
Manche Bettler reden sogar von ihren großen, ehemaligen Bettleridolen, die es geschafft haben, Karriere zu machen. Sie sind als Bettler gekommen und wurden irgendwann Millionäre. Vom Bettler zum Millionär in dem Land der begrenztesten Möglichkeiten.
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