beträchtlichen Teil Zentralasiens. Dieser Mann, Ibn Batuta, verdient unbedingt einen Platz unter den kühnsten Forschern. Ibn Batuta wurde am 24.Februar 1304 in Tanger, Marokko, geboren. Er reiste die meiste Zeit seines Lebens und legte dabei mehr als 120.000 Kilometer zurück - keine leichte Sache in einer Zeit, in der das Reisen mit Gefahren verbunden war, von dessen Beschwerlichkeiten ganz zu schweigen. Ibn Batuta, der ein 'Alim war und eigentlich 'Abdallah al-Lawati hieß, stammte aus einer Familie mit einer langen Tradition des Dienstes im Rechtswesen. Er war ein intelligenter Mann und in seinem Wesen romantisch veranlagt.
Seine bekannten Reisebeschreibungen mit dem Titel ‘Rinlah’ sind ein wichtiges Dokument, das Licht auf viele Aspekte der sozialen, kulturellen und politischen Geschichte des größten Teils der muslimischen Welt wirft, wie sie zu dieser Zeit bekannt war. Die Chronik seiner Wege in Kleinasien, Ost- und Westafrika, den Malediven und Indien bildet eine wichtige Quelle für die Geschichte dieser Regionen. Er begann seine Reisen im Jahre 1325 im Aler von einundzwanzig Jahren, als er die Hadsch (Pilgerfahrt nach Mekka) unternahm. Von diesem Punkt an, hatte ihn das Reisefieber gepackt und es war ein ununterbrochenes Abenteuer des Umherziehens und der Märchen. Er begab sich von Tanger, seiner Vaterstadt aus, nach Alexandrien und von da nach Kairo. Während seines Aufenthaltes in Ägypten studierte er eingehend den Lauf des Nils, dann versuchte er längs des Stromes hinaufzugehen; durch die damals an den Grenzen Nubiens herrschenden Unruhen aber zurückgehalten, musste er wieder flußabwärts reisen und segelte nach Kleinasien. Weiter zog er nach Syrien und berührte im Jahre 1345 auch Damaskus, wo die Pest unerhörte Verheerungen anrichtete. Danach trieb es ihn weiter in die Stadt Mekka, allerdings nahm er nicht den direkten Weg dorthin, sondern machte ausgedehnte Reisen durch den Irak und Iran, wo er sich in so bekannten Orten wie Schiraz oder Isfahan aufhielt. Am Hause Allahs angekommen, rastete er für drei Monate, um sich ein wenig zu erholen. Die dortigen jememitischen Kaufleute beflügelten ihn dazu, den gesamten Jemen zu erforschen, sowie die angrenzenden afrikanischen Küsten von Abyssinien. Von dort aus streifte er an den Küsten des indischen Ozeans umher, kam nach Persien, um schließlich für drei Jahre in Mekka zu verweilen.
Doch auch in Mekka erfasste ihn wieder die Unruhe und er wurde beseelt, vom Wunsch, Indien zu sehen. Seinem Naturell entsprechend, nahm er nicht den direktesten Weg, sondern den größtmöglichen Umweg. Er zog in Richtung Syrien los und kam nach Kleinasien, wo er nicht nur Land und Leute kennenlernen konnte, sondern - dies war eine seiner besonderen Eigenschaften - Kontakte knüpfte zur Elite der jeweiligen Region: er wurde z.B. von einer byzanthinischen Prinzessin in Konstantinopel empfangen. Über die Schwarzmeerregion, den Kaukasus, die zentralasiatischen Steppen und die hohen Berge Afghanistans, kam der Wanderer schließlich an sein vorläufiges Ziel: Indien. Dort, im Land des unermesslichen Reichtums wurde er vom Sultan nicht nur empfangen, dieser machte auch, nachdem er das Wissen des Maghrebiners erfahren hatte, unseren Reisenden zum malikitischen Großmufti von Delhi. Doch sein Glück in Indien sollte irgendwann zu Ende gehen, denn nach vielen Wirren, die ihn zeitweise zum Fakir machten, schickte der Sultan Ibn Batuta als seinen Gesandten nach China. Dieser Reise war kein Glück beschieden, denn an der Malabarküste geriet die Reisegruppe in einen derartigen Sturm, dass die Schiffe kenterten und Ibn Batuta sämtliche Geschenke für den Kaiserhof verloren gingen. Erschütternd und beschämt von diesem Ereignis beendete er das indische Kapitel kurzerhand und schiffte sich in Richtung Malediven ein, wo er - in Ehren gehalten - elf Jahre als Qadi tätig war. Seine Aufzeichnungen sind die wichtigsten historischen Beschreibungen der Malediven aus dieser Epoche. Von Intrigen mißgünstger Höflinge angewidert packte Ibn Batuta kurzerhand seine Sachen, nahm eine seiner Frauen mit und machte sich auf den Weg nach Ceylon, wo ihm der König den Zutritt zum heiligen Berg Serendis ermöglichte. Dort konnte er den Fußabtritt des Stammvaters Adam bewundern, als dieser vom Himmel stieg.
Sein Weg sollte ihn nicht etwa wieder nach Westen bringen, denn mit einem langen Anlauf in Bengalen erreichte der Reisende aus dem Westen über Sumatra das in Europa sagenumwobene China. Erstaunt nahm er nicht nur die hohe chinesische Zivilisation zur Kenntnis, sondern sah auch mit eigenen Augen die chinesische Mauer, die ihn an die qur’anische Offenbarung über die „Dschusch wa Madschusch“ erinnerte. Noch hatte die Stunde der Ruhe für den Unermüdlichen nicht geschlagen. Im folgenden Jahr sah er Tanger wieder. Dann begab er sich nach Abstattung eines Besuches inSpanien nach Marokko, |