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Geruch von Schweinefüßen
Von Sonja

Drei Monate ihres Sozialen Jahres hat Alina bereits hinter sich. In Marokko hat sie sich gut eingelebt und wohnt mittlerweile in ihren eigenen vier Wänden.

,,Warum bin ich eigentlich hier? Was mache ich in diesem fremden Land?” Diese und ähnlich Fragen hat sich Alina Pouryamout aus Wuppertal in den vergangenen Tagen häufig gestellt. Seit fast drei Monaten lebt die 19-Jährige jetzt schon in Marokko, zwölf Monate liegen noch vor ihr. Alina verbringt dort ein Freiwilliges Soziales Jahr mit der Aufgabe, marokkanischen Frauen in einer Frauenhilfsorganisation, Englisch zu unterrichten.

,,Zum Teil habe ich mir die Fragen schon beantwortet”, schrieb Alina uns per E-Mail. Verschiedene Erlebnisse hätten ihr klar gemacht, dass es einen Sinn habe, dass sie im marokkanischen Rabat sei. Sie gebe ihren Mitarbeiterinnen Englischunterricht. ,,Sie bringen mir dafür Arabisch bei”, schreibt Alina. Es sei natürlich auch spannend, in einer anderen Kultur zu leben.

Nach einer Eingewöhnungsphase kam Alina nach Rabat. Dort musste sie gleich feststellen, wie anders die Kultur ist. Vor der Jugendherberge, in der sie zunächst lebte und das Zimmer mit fünf anderen Frauen teilte, machte sie die Bekanntschaft mit Ratten. ,,Im September war Ramadan, was meinen Start in Rabat etwas gedämpft hat”, schreibt sie in ihrem Blog. Das heißt, dass die Menschen nur nach Sonnenuntergang und vor Sonnenaufgang essen durften. In dieser Zeit wird auch von Ausländern erwartet, dass sie nicht auf der offenen Straße essen. ,,Ich habe also die Taktik entwickelt, alles in meiner Handtasche zu verstauen und dann entweder auf der Toilette oder an einem einsamen Ort alles in mich hinein zu schlingen.”

Auch an das marokkanische Essen musste sich Alina anfangs gewöhnen. Mittlerweile hat sie aber keine Probleme mehr damit. ,,Man sollte Obst immer schälen und etwas darauf achten, wo man essen geht”, weiß die 19-Jährige. Seit kurzem wohnt sie in ihrer eigenen Wohnung in Rabat. Dort kocht sie selbst. Ein Lieblingsgericht hat sie auch schon gefunden: Tajine. ,,Das ist ein spezieller Topf aus Ton, in dem man Gemüse und Fleisch über dem Feuer köcheln und garen kann”, verrät sie uns.

Alina hat sich gut eingelebt. Der Englischunterricht klappt gut, bald wird sie eine Volleyballmannschaft trainieren. ,,Nur an den Trubel in der Medina habe ich mich immer noch nicht so richtig gewöhnt”, schreibt sie uns. In der Medina, der Altstadt, sei immer viel los und es rieche nach Schweinefüßen, Ziegenhirn, Gewürzen und Gemüse. Man

könne dort aber auch Kleidung, Teppiche oder andere typisch marokkanische Sachen kaufen. ,,Wenn viele Leute unterwegs sind, ist es ziemlich eng”, findet sie. Der Mann im Supermarkt und die Frau in der Bäckerei kennen sie aber mittlerweile schon. Im Blog unter http://blog.rga.de berichtet Alina immer wieder von neuen Erlebnissen und zeigt viele Fotos.
rga-online.de

 

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