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Die religiösen Wanderprediger und das Aussterben der Denker

Quelle: (AlKashkul)
Interpretiert und übersetzt aus dem Arabischen
Freitag: 21 . 05 . 2010

Die Stürme der Modernität hören nicht auf, um das arabisch-islamische Haus zu wehen. Die Flutwellen werden kommen, ja sie werden kommen. Die Politik des Schweigens und des Tiefschlafs lässt die Regengüsse nicht auf sich warten. Aus diesem Grunde, wäre eine Veränderung sehr notwendig. Man sollte alle Fenster der arabisch-islamischen Welt öffnen und die Kritik in jeder Hinsicht akzeptieren. Man sollte zugeben, dass das Haus sehr brüchig und löchrig ist und wird diesen starken Stürmen nicht mehr lange standhalten. Eine Fassadenrestaurierung wäre in dem Sinne sinnlos.

Die arabisch-islamische Welt braucht Denker, die auf Chirurgie des Denkens spezialisiert sind, wie der große Chirurg Martin Luther, der das Christentum aus den Händen der Ausbeuter gerettet hatte. Deswegen brauchen wir eine Schocktherapie und nicht die langweiligen und hörigen Predigten der Fuqaha, die seit Jahrhunderten den gleichen Klang beibehalten.


Bild:

Deswegen eine Schocktherapie, weil nämlich der Schock auf dem Bewusstsein verharrt, laut Psychologen, im Gegensatz zu den langweiligen Predigten, die im Unterbewusstsein landen.
Werden dann die Schocktherapien der arabisch-islamischen Welt dabei helfen, aus dem kulturellen und politischen Koma aufzuwachen? Oder müssen wir die gleichen Schicksale erleiden, wie Europa bei den Dreißigjährigen Kriegen im 17. Jahrhundert: nämlich Katholiken gegen Protestanten. Wenn das so ist, dann erwarten wir eine neue Ära, eine Zeit der Aufklärung, eine Neue Geburt. Oder  möglicherweise eine Fehlgeburt?
Nitzsche sagt: „ Denker sind die Wunderheiler der Zivilisation“, den der Denker und der Philosoph stiften die Wachsamkeit der Zivilisation und stellen ihr Gleichgewicht wieder her.
Die Frage, die jeder hier stellen wird, lautet: warum wurden uns Ibn Sinaâ, Ibnu Rushd, AlFarabi, Arrazi in den Schulen nicht zur Verfügung gestellt? Stattdessen, müssten wir  uns mit den religiösen Dogmen beschäftigen, die auf Bürgerkriegen basieren. 
Es findet keine Veränderung statt, wenn die  Kleriker رجال الدين ihre Philosophie der Weltanschauung nicht ändern, denn die meisten Moslimen trauen ihnen und konsumieren alles, was sie predigen.
Es ist Schluss mit „ Die Sprache des Paradieses ist Arabisch“. Wir wollen nicht den gleichen Fehler begehen, den Monsieur  Erzbischof Marcel Lefebvre begangen hatte, als er sagte: „ Protestanten gibt’s im Himmel nicht. Dort sind nur Katholiken“.
Man sollte die Freiheit des Denkens schätzen und die Türe für eine aufbauende Kritik öffnen.

 



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